Wenn sich der Frühling von seiner besten Seite zeigt…

 

Kolumne von Martin Rütter

 

 

…lohnt es, neuen Schwung in die Freizeit von Mensch und Hund zu bringen

Ein Hund braucht Beschäftigung – dieser Aussage stimmen die meisten Hundehalter zu. Doch nur allzu oft wird Beschäftigung mit Bewegung gleich gesetzt und vergessen, dass ein Hund auch geistigen Input braucht um glücklich zu sein. Damit Mensch und Hund beim täglichen Spaziergang nicht einfach nur dieselbe Strecke abgehen, sondern gemeinsam etwas tun, gibt es viele Möglichkeiten, den Spaziergang abwechslungsreich zu gestalten. Das ist für die Beziehung zum Vierbeiner sehr förderlich, und macht außerdem allen einfach mehr Spaß.

Wenn sich der Frühling von seiner besten Seite zeigt, lockt es uns und unsere vierbeinigen Fellnasen noch häufiger in die Natur. Bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen machen ausgiebige Spaziergänge am See, im Wald oder über Wiesen und Felder mindestens doppelt so viel Spaß!

Viele Hunde jagen gerne Futterstückchen, die von ihrem Menschen rechts und links vom Weg geworfen werden. Mit steigender Übung, können die Leckereien dann auch sehr weit fliegen, oder auf unebenem Boden landen, so dass der Hund eine ganze Weile suchen muss, bevor er seine Belohnung findet.

Die meisten Hunde suchen sehr gerne mit der Nase. So sind sie es in der Regel gewohnt, dass das Gesuchte irgendwo auf dem Boden liegt. Verstecke deinem Hund doch einmal etwas auf seiner Kopfhöhe und beobachte, wie er nun sein Zielobjekt findet. Manchen Hunden sieht man die Überraschung förmlich an, wenn sie merken, dass das Gesuchte gar nicht auf dem Boden liegt, sondern vor ihnen auf einem Baumstumpf oder einer Astgabel.

Auch ein kleines Vielseitigkeitstraining lässt sich wunderbar unterwegs einbauen: Slalom um Bäume, über Äste springen oder darunter hindurchkriechen, auf einem Baumstumpf einen Moment in einer Bleib-Position verharren, über Brücken oder andere wackelige Untergründe laufen. Achte aber bitte hierbei immer auf die Sicherheit, dein Hund darf sich durch wackelige Baumstämme weder verletzen noch erschrecken!

Besonders Wasser besitzt für viele Hunde eine große Anziehungskraft. Sie preschen schon los, sobald sie einen Teich oder Bach nur geortet haben. Das kühle Nass dient als willkommene Abwechslung. Sich in einer schlammigen Pfütze wälzen, durch einen kleinen Bach springen oder dem Lieblingsball im See hinterherschwimmen – dabei schlägt so manches Hundeherz höher.

Schwimmen bereitet Hunden, wie auch uns Menschen, aber nicht nur große Freude – es ist auch überaus gesund! Beim Schwimmen werden die Muskeln des Hundes trainiert, ohne dass die Gelenke durch das Gewicht allzu stark belastet werden. Diese Sportart eignet sich daher ideal für Hunde mit Gelenkproblemen, wie beispielsweise Arthrose bei Hüftgelenksdysplasie. Allerdings sollte die Umgebungs- und Wassertemperatur dafür nicht zu gering sein, da kaltes Wasser gerade bei Arthrose eher schädlich ist. Gesunde Hunde können ohne Probleme auch im Herbst oder Winter schwimmen, allerdings sollte man sie nicht direkt danach im Freien ruhen lassen bzw. darauf achten, sie gut abzutrocknen.

Apportierübungen sind grundsätzlich eine hervorragende Methode, um den Hund adäquat auszulasten und die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu festigen.

Und natürlich macht auch das Apportieren aus dem Wasser vielen Hunden einen Heidenspaß. Anfangs sollte man nicht zu weit werfen, damit der Hund keine Angst bekommt und sich langsam an das Wasser gewöhnen kann. Später kann man die Übung variieren, indem der Hund erst warten muss, bevor er dann auf das Signal des Menschen ins Wasser darf, um den Gegenstand herauszuholen. Um das Spiel noch anspruchsvoller zu gestalten, kannst du deinen Vierbeiner anfangs einen anderen Gegenstand an Land apportieren lassen, bevor er ins Wasser darf, um den zweiten Gegenstand herauszuholen. Durch diese Aufgabe lernt der Hund, am Ufer zu warten und nur mit Erlaubnis des Menschen ins Wasser zu gehen. Diese Übung kann unter Umständen lebensrettend sein – gerade wenn der Einstieg ins Wasser für den Hund ungeeignet oder gar gefährlich ist.

Du siehst also, es gibt schier unendlich viele Möglichkeiten, für Abwechslung in deinem und im Alltag deines Hundes zu sorgen. Und die Zeit dafür, deine Ideen in die Tat umzusetzen ist jetzt!

 

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  • Ruetter_Fruehjahr_newsletter_6.5.22: Klaus Grittner