Kabeljau mit Kons Sequenzen

Top-kitchen talk mit Alexa und Wolfram Kons

Der Ort des Geschehens: Der Herzog von Burgund in den Inhaber und Maître de Cuisine Erich Tiefenbacher uns eingeladen hat. Hier werden sich gleich ein Rheinländer, eine Hanseatin, ein Österreicher aus der Steiermark und ein Kabeljau zusammen mit dem Team vom Top Magazin einfinden.

Wir erwarten Wolfram Kons, Journalist, Fernseh-Moderator, Neusser Schütze, Familienvater und passionierter Hobby-Dichter und seine Frau Alexa, Kunsthistorikerin, Schauspielerin, Hanseatin und exzellente Hobbyköchin.

Im Restaurant begrüßt uns Gastgeber, Erich Tiefenbacher und wir begeben uns direkt zum Ort des Geschehens: in die Küche des Restaurants Herzog von Burgund.

Top Magazin: Herr Tiefenbacher, vorab möchten wir uns bei Ihnen bedanken, dass Sie uns ohne zu zögern die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben.
Erich Tiefenbacher: Oh, da müssen Sie sich bei Herrn Kons bedanken, denn er hat mich angerufen und gesagt, dass er es nur hier machen will. Hier in seinem Lieblings-Restaurant in Neuss.

Top Magazin: An ihrem Dialekt hören wir heraus, dass Sie nicht direkt aus dem Rheinland kommen.
E. Tiefenbacher: Ja, das stimmt. (lacht) Ich komme aus Österreich.

Top Magazin: Aus ihren Gesprächen wissen wir, dass Sie einen hohen kulinarischen Anspruch haben, hegen und pflegen. Was treibt Sie an?

E. Tiefenbacher: Mittelmaß brauche ich nicht. Dafür stehe ich morgens in der Früh nicht auf, um irgendetwas Mittelmäßiges abzuliefern.

Es klingelt. Unsere heutigen Chef-Köche sind da. Eine herzliche Begrüßung. Alexa und Wolfram Kons erklären uns den Hintergrund zu ihrem Rezept:

Alexa Kons: Es ist ein wunderbares Kabeljau-Rezept. Das gibt es bei uns fast jeden Freitag. Ich schmecke es nie ab – aber bisher gab es auch noch nie Beschwerden bei uns zuhause.

In der Küche werden erst einmal die Kartoffeln geschält.

 

Top Magazin: Wolfram, Du moderierst das Morgenmagazin bei RTL. Ich glaube, dass Du sehr früh frühstückst. Wie sieht der Lunch bei Dir gewöhnlich aus?

Wolfram Kons: Ich frühstücke eigentlich nie, auch wenn ich morgens um 2 Uhr raus muss. Das Mittagessen ist bei mir die schönste und wichtigste Mahlzeit am Tag. Das Abendessen fällt bei mir meistens weg, das wird mir zu spät. Das ergibt sich einfach aus meinem sehr speziellen Tagesrhythmus. Ich bin in Sendewochen schon um kurz nach drei Uhr morgens in Köln im Sender. Da kommt man mit dem Auto bestens durch. Nach dem Lunch freue ich mich dann auf die gemeinsame Zeit mit meinen Jungs.

Top Magazin: Wer kocht bei Euch zuhause?

W. Kons: Es gibt Menschen, die behaupten, wenn ich in der Küche mit anfasse dann ist das so, als würden zwei loslassen! (lacht) Nein, Scherz beiseite. Bei uns im Haushalt ist das sehr strikt und fast archaisch getrennt – alles mit Feuer ich, richtig kochen Alexa. Wir grillen ganzjährig, ich bin Natural Born Griller. Mein neuestes Spielzeug ist ein Feuerring aus der Schweiz. Das ist eine riesige Stahlschale, die wird mit Holz befeuert und auf den Rand legt man dann das Grillgut. Und alle sitzen rund um die Feuerschale wie um ein Lagerfeuer. Sehr gemütlich.

Top Magazin: Du moderierst auch den RTL-Spendenmarathon, bei dem seit 1996 182 Millionen Euro für Not leidende Kinder gesammelt wurden, in diesem Jahr eine Rekordsumme von knapp 11 Millionen Euro. Wie sehen sonst Deine sportliche Disziplinen aus?

W. Kons: Ich laufe regelmäßig, am liebsten die Erftrunde. Tennis spiele ich bei Schwarz-Weiss Neuss, fahre viel mit meinem alten Hollandrad. Und ich tobe viel mit unseren Jungs – das hält geschmeidig. Anmerkung der Redaktion: Die Erftrunde ist ein Begriff unter Freunden des Laufsports. In der Regel verläuft die Strecke von der Erftmündung („Dort wo die Erft den Rhein begrüßt“), an der Erft entlang Richtung Kinderbauernhof, am Schloss Reuschenberg rechts, Richtung Nixhütter Weg und dann an der Obererft entlang durch den Reuschenberger Wald hin zum Nordkanal und von dort aus wieder Richtung Rhein, Rheindamm, Sporthafen Grimlinghausen und wieder zur Erftmündung.

Derweil beim Kochen scherzt Wolfram Kons mit dem Chef des Hauses. Die Beiden kennen sich schon lange. Die Kons‘ sind gerne zu Gast im Herzog von Burgund.

Top Magazin: Noch einmal zurück zum Spendenmarathon. Wie sieht die Nachbearbeitung dieses Projektes aus? Wohin gehen die Spenden?

W. Kons: Erstmal, ich habe mich natürlich wahnsinnig über das Rekordergebnis gefreut. Aber nicht um uns nachher auf die Schulter zu klopfen. Mit mehr Geld kannst Du einfach mehr Kindern helfen. Und das Schöne bei uns ist, dass die Spenden 1:1 in die Projekte fließen. Bei uns werden Dreharbeiten, Reisen, Redaktionen, Helfer, alles wird von RTL bezahlt. Das Spendengeld bleibt in voller Höhe für die Kinderhilfsprojekte erhalten. Ich bin stolz und demütig, dass wir so eine Stiftung in den letzten 24 Jahren aufbauen konnten. Es gibt auch andere gute Hilfsorganisationen, keine Frage. Mein Credo ist: Keine Konkurrenz in der Hilfe. Unser Rekord klingt zwar viel, aber im Vergleich zu den Geldern, die eigentlich zur Verfügung stehen könnten, ist es relativ. Meine Hauptaufgabe bei der Mediengruppe RTL ist es, das ganze Jahr über das Thema Hilfe für Kinder in allen Programmen und auf allen Plattformen im Fokus zu behalten, die Notwendigkeit von Hilfe und Spenden ins Bewusstsein der Menschen zu bringen – 365 Tage im Jahr. In ganz Deutschland haben wir die vielseitigsten Projekte, wie zum Beispiel die RTL-Kinderhäuser. Hier bieten wir mit den Grundpfeilern Essen, Sport, Kultur und Lernunterstützung, Chancengleichheit für Kinder, die nicht so viel Glück im Leben hatten. Das sind bis jetzt 18 Kinderhäuser deutschlandweit.

Uns ist da auch Nachhaltigkeit ganz wichtig. Wir haben Hochbeete in den Kinderhäusern aufgestellt. Da erlebst Du Kinder, die noch nie Pflanzen oder Erde in der Hand gehalten haben. Oder das Projekt „Brotzeit“ – man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Kinder in Deutschland ohne Frühstück morgens aus dem Haus gehen müssen.

Top Magazin: Ein so altruistisches Verhalten prägt einen doch bestimmt. Wie sieht Dein Engagement im kleinen Kreis aus? Engagierst Du Dich noch privat?

W. Kons: Das ist das allerwichtigste. Die Hilfe fängt im kleinen Kreise an. Leider bin ich meiner Frau schon bei der Vor-Wahl zur Schulpflegschaft unterlegen. (lacht) Diese Wahl hatte ich schon zuhause verloren. Aber schon im Kindergarten oder der Schule merkt man doch, wie wichtig es ist, einfach mal mit anzupacken. Egal, ob die Weckmänner oder die Feuerschale für den Martins-Umzug besorgt werden müssen. Engagement ist sehr, sehr wichtig.

 

Top Magazin: Obwohl in Düsseldorf geboren, bist Du Deiner Heimat Neuss im weitesten Sinne immer treu geblieben. Was bedeutet Heimat für Dich?

W. Kons: Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss. Wo man sich ganz entspannt, ohne darüber nachzudenken, bewegen kann.

Top Magazin: Somit hat der Orden „Alabonnör“ für Dich auch eine besondere Bedeutung?

Anmerkung der Redaktion: Der Orden „Alabonnör“ wird jedes Jahr von dem Hubertuszug „Brasselsäck“ verliehen. Er zeichnet alljährlich Persönlichkeiten aus, die sich durch ihr persönliches Engagement in besonderem Maße um Neuss verdient gemacht haben. Wolfram Kons wurde der Orden 2019 an Schützenfest Ende August im Zeughaus verliehen.

W. Kons: Oh, ja. Das war ein echtes Highlight in meinem über 30-jährigen Schützendasein. Es war eine tolle Veranstaltung, zu der ich gleich auch mit meiner ganzen Groß-Familie angerückt bin. Das war eine wirklich tolle und außergewöhnliche Wertschätzung – und das auch noch in der Heimat.

Top Magazin: Wo wart ihr in diesem Jahr im Urlaub?

WK: Normalerweise pendeln wir zwischen Sylt und Tegernsee. In diesem Jahr gab es aber eine Frankreich-Tour. Das war der Wunsch unserer Jungs. Wir waren in Carcassonne, Avignon und Paris.

Inzwischen sind Kabeljau und So.e fertig und wir sind bei den Kartoffeln angekommen. Während Wolfram Kons mit dem Kartoffelstampfer loslegt, wenden wir uns im Gespräch weiter den schönen Dingen des Lebens zu.

Top Magazin: Alexa, du bist Kunsthistorikerin. Was ist dein Lieblingsgemälde oder -kunstwerk?

A. Kons: Oh, das ist sehr schwierig und lässt sich gar nicht so einfach auf ein Werk reduzieren. Ich bin da sehr begeisterungsfähig und entscheide so Fragen aus der Stimmung heraus, was mich da gerade so anspricht. Wichtig: Gute Kunst muss nicht immer teuer sein. Wenn ich in einen Raum komme und alles ist stimmig mit Liebe ausgesucht und gehängt, dann kann mich das begeistern.

Ich bin der Meinung, dass man Kunst nie primär als Wertanlage kaufen sollte, sondern immer nach Deinem persönlichen Geschmack. Das kann dann auch mal Bauhaus-Druck sein. Ich war schon bei Leuten, die hatten die Kunst als Wertanlage in ihrem Wohnzimmer hängen und da passte dann nichts zueinander. Mir gefallen viele Künstler, auch viele von der Kunstakademie Düsseldorf, wie zum Beispiel Tony Cragg, Uecker, Mack. Aber auch ein Chagall kann mich je nach Stimmung ansprechen und ich sitze vielleicht auch zwei Stunden vor einem Monet und bewundere die Farben. 

Top Magazin: Wolfram, Du stammst auch aus einer Künstlerfamilie, oder?

W. Kons: Na, ja. Das ist ein wenig übertrieben, obwohl mein Vater später künstlerisch tätig war. Er hat mich schon früh mitgenommen ins Atelier von Künstlern wie Josef Neuhaus. Kunst interessiert und fasziniert mich sehr. Deshalb gibt es bei n-tv die Sendung „Inside Art“. Die produziere ich übrigens mit einem, der hier in Neuss geboren ist: Mit meinem besten Freund Kai Böcking. Das macht mir große Freude.

Top Magazin: Wolfram und Alexa, zum Abschluss ein paar schnelle Antworten, bitte!

Welcher FuІballclub?

A. Kons: St. Pauli

W. Kons: Bayern

Alt oder Kölsch?

A. Kons: Wein (lacht)

W. Kons: Alt – vor allem beim Schützenfest

Hund oder Katze?

A. Kons: Katze

W. Kons: Hund

Top Magazin daraufhin: Haben Sie Haustiere?

Alexa und Wolfram Kons gleichzeitig: Nein!

(lachen) Ein paar Maulwürfe im Garten.

Thema Urlaub: Lieber Meer und Strand oder in die Berge?

A. Kons: Berge, ich würde drei Sommerurlaube gegen einen Skiurlaub tauschen

W. Kons: Berge.

Karneval oder Schützenfest?

A. Kons: Schützenfest

W. Kons: Ja!

Das schönste an Kirmes in Neuss?

A. Kons: Blümchen überreichen.

W. Kons: Blümchen bekommen.

In Neuss bin ich gerne…

A. Kons: In Selikum

W. Kons: …dort wo die Erft den Rhein begrüßt…

Deine Top-Drei Lieblingsfilme?

A. Kons: „Moulin Rouge“, „The Greatest Showman“, „Pulp Fiction“ – kenne ich auswendig!

W. Kons: „Der Swimmingpool“ (das Original mit Romy Schneider und Alain Delon), „Der Pate“, „Die Eisprinzessin 2“ (lacht)… „Die Reifeprüfung“, …nein, stopp. Es wäre besser, wenn man nach meinen Top 300 Filmen fragt.

Mit Greta Thunberg würde ich gerne einmal…

A. Kons: …diesen Kabeljau probieren lassen.

W. Kons: sprechen, wenn keine Kamera läuft.

Ich liebe früh aufstehen, weil…

A. Kons: Ich nicht.

W. Kons: Ich liebe früh aufstehen überhaupt nicht. Aber es ist immer die Frage, wofür man aufsteht. Ich stehe immer gerne für meine Sendungen auf, auch wenn es brutal früh ist.

Das vollständige Interview lesen Sie in der Winterausgabe 2019 im Top Magazin Rhein-Kreis Neuss

Das Interview führte: Ronald Reuß

Bild:

  • JS3_8832: Joshua Sammer