Was kommt nach der Braunkohle?

Mit diesem komplexen Thema beschäftigt sich der Rhein-Kreis Neuss intensiv. „Wir alle müssen regional denken. Wichtig sind vor allem der Erhalt beziehungsweise die Schaffung neuer, auch industrieller Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. 

Was kommt nach der Braunkohle? 

Das Strategiepapier, das der Kreistag einstimmig zum Strukturwandel im Rheinischen Revier verabschiedet hat, enthält die wichtigsten Punkte: ausreichend kurzfristig verfügbare Industrie- und Gewerbegebiete, die bedarfsgerechte Stärkung der Verkehrsinfrastruktur, der flächendeckende Breitband- und 5G-Ausbau, schnellere Genehmigungsverfahren und die Realisierung einer klimaneutralen Modellsiedlung. Dass der Strukturwandel auch beim Bund ernst genommen wird, belegt die Summe der Fördergelder: Schon jetzt steht fest, dass die Bundesregierung bis zum Jahr 2038 bis zu 15 Milliarden Euro für das Rheinische Revier bereitstellen will. 

Der Rhein-Kreis Neuss lädt deswegen regelmäßig – und zuletzt online – zu Wirtschaftskonferenzen mit ausgewiesenen Fachleuten ein, um den Strukturwandel zu beleuchten. „Prozesse wie der vorzeitige Braunkohle-Ausstieg erfordern ein frühzeitiges und planvolles Handeln. Den damit verbundenen Wandel
begreifen wir daher auch als Chance, schon heute die Weichen für eine künftig weiter gute Entwicklung unseres Standorts zu stellen“, betont Kreisdirektor Dirk Brügge. 

In diesem Sinn hat der Aufsichtsrat der Zukunftsagentur Rheinisches Revier ein starkes Signal gesetzt. So wurden der Landesregierung 83 Zukunftsprojekte vorgeschlagen, die vorrangig gefördert werden sollen. Impulse setzen sie in Bereichen wie Industrie, Digitalisierung, Energie und nachhaltige Ressourcen-Wirtschaft. Im Rhein-Kreis Neuss sind zwölf Zukunftsprojekte verortet. Sie umfassen wegweisende Ansätze zur Energieversorgung, darunter der Einstieg in die Wasserstoff–Wirtschaft, den Produktionsaufbau für solarthermische Schlüsselkomponenten auf Aluminium-Basis, nachhaltiges Bauen, den Klimaschutz, ein Zentrum für die Lebensmittel-Branche sowie ein „Global Entrepreneurship Centre“ für eine nachhaltige Chemie. 

„Dass der Kreis bei den empfohlenen Zukunftsprojekten stark vertreten ist, zeigt, dass sich die gute Vorarbeit und der enge Austausch mit Wirtschaft, Wissenschaft und den Kommunen gelohnt haben. Wir tragen damit zum Gelingen des Strukturwandels bei und stärken die Grundlage für neue Jobs“, sind sich Petrauschke und Brügge einig. 

Sie setzen sich außerdem für eine Schienenverbindung im Rheinischen Revier zwischen Düsseldorf und Aachen ein. Dabei geht es nicht nur um die Ertüchtigung und Aktivierung bestehender Schienenstrecken, sondern auch um den Neubau sinnvoller Gleise für Personennahverkehr und Güterverkehr. Das Fazit der Kreis-Spitze fällt zuversichtlich aus: „Im Rhein-Kreis Neuss gibt es viel Potenzial und viel Dynamik. Daher sind wir überzeugt, dass unser Standort weiter gute Zukunftschancen hat. Seine Wettbewerbsfähigkeit ist die Voraussetzung für dauerhaften Wohlstand und für sichere und neue Arbeitsplätze.“  

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